Geschichte

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Zentralstaubsauganlagen sind keine Erfindung unserer Neuzeit. Die ersten Entwicklungen wurden Ende des 19. Jahrhunderts gemacht.

Der Engländer Hubert Cecil Booth gilt als einer der ersten  Erfinder von Zentralstaubsauganlagen. Sein legendäres Patent Booth Nr. 17,433 mit dem Titel „Improvements relating to the Extraction of Dust from Carpets and other Material “ (Deutsch:Verbesserungen in Bezug auf die Absaugung von Staub aus Teppichen und anderen Materialien) vom 30. August 1901 ist als Anfang der Entwicklung von unseren heutigen Staubsaugern zu sehen.

Booth’s Erfindung war für damalige Verhältnisse eine revolutionäre Erfindung. Allerdings waren diese Geräte sehr unhandlich und schwer, für die riesige Saugpumpe wurde zum Transport ein entsprechender Pferdewagen benötigt und entwickelt. Somit konnte man direkt vor Häuser fahren und mit entsprechenden Schläuchen den Staub und Schmutz aus Wohnungen saugen. Diese Aufwendige Prozedur am Anfang des 20.Jahrhunderts konnten sich nur wohlhabende Leute leisten.

In Deutschland tauchten die ersten ähnlichen Geräte erstmals um 1905 in Berlin auf.

Es ist die Zeit des Übergangs von der Gründerzeit zum Jugendstil. Die deutsche Wirtschaft erlebte in dieser Zeit einen märchenhaften Aufschwung. Das Geld aus der französischen Kriegsentschädigung wurde genutzt um den Vorsprung der anderen europäischen Industrienationen in der technischen Entwicklung aufzuholen. Nutznießer dieser Entwicklung war vor allem das Bürgertum. Dieser sich immer stärker entwickelnde Wohlstand drückte sich mehr und mehr in der Repräsentation von reichlich verzierten und ausgestatten Wohnungen und Gebäuden aus.

Im Jahre 1914 wurde von der AEG eine Anlage angeboten, welche unter dem Namen „Stationäre Rotor-Vakuumreiniger für Villen und Wohngebäude“ bekannt wurde und für ca. 600 bis 850 Mark gekauft werden konnte. Zum Vergleich: das Monatseinkommen eines Arbeiters betrug damals ca. 200-300 Mark.

Die Entwicklung von stationären Entstaubungspumpen die zunächst mit Dampfkraft, später dann elektrisch angetrieben wurden, installierte man meinst im Keller. Von dort aus wurden Rohrleitungen bis in die entsprechenden Räume geführt. Mittels Saugschlauch konnte man dann jeden Winkel des Raumes erreichen.

Noch heut findet man in alten Villen oder Herrenhäuser Berlins alte Rohrsysteme aus der alten Zeit. Die meisten Anlagen und Rohrsysteme wurden jedoch nach dem 2. Weltkrieg von Buntmetallsammlern entfernt.

In Deutschland wurde nach dem 2. Weltkrieg der Handstaubsauger bevorzugt. Die sich ständig weiter entwickelten Elektromotoren konnten diesen Siegeszug begünstigen. Erst in den 70er Jahren erinnerte man sich der einst praktischen und saugstarken Technik die bis heute immer mehr Einzug in den Ein- und Mehrfamilienhausbereich aufweist.

 

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